Die Kirche, die Frauen und die Politik im Wahlkampf 1919

Wahlaufruf1919Die Wahlen zur Nationalversammlung im Jahr 1919 stellten eine doppelte historische Zäsur dar. Erstmals fand in Deutschland eine Wahl unter republikanischen Vorzeichen statt, und erstmals durften auch Frauen wählen. Auch die evangelische Kirche musste sich auf diese neuen Rahmenbedingungen einstellen. Weiterlesen

Aus der Siegelsammlung des Archivs

Die Siegelsammlung liegt bislang nur in Abbildungen auf Karteikarten und in Wachsabdrucken vor. Das Archiv ist auch zuständig für die Prüfung neuer Siegelentwürfe der Kirchengemeinden oder Kirchenkreise. Die „Richtlinien für das Siegelwesen in der Evangelischen Kirche im Rheinland“ bilden die Grundlage für die Prüfung der neu beantragten Siegel. Diese sind nachzulesen im Amtsblatt der Evangelischen Kirche im Rheinland vom 17. November 1966 (KABl. 1967 S. 3) geändert durch den Beschluss vom 27. Dezember 1968 (KABl. 1969 S. 6)

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Kriegsbeute von 1917 in der Archivbibliothek

Histoire ancienne des Égyptiens, des Carthaginois, des Assyriens, des Babyloniens, des Mèdes et des Perses, des Macédoniens, des Grecs/ par Rollin, Charles; Paris : Huet [u.a.], 18XX, AEKR Archivbibliothek: Aa 2 012

Histoire ancienne des Égyptiens, des Carthaginois, des Assyriens, des Babyloniens, des Mèdes et des Perses, des Macédoniens, des Grecs/ par Rollin, Charles; Paris : Huet [u.a.], 1805, AEKR Archivbibliothek: Aa 2 012

In der Bibliothek des Archivs befindet sich ein Buch mit einem recht gut erhaltenen braunen Ledereinband (Signatur Aa 2 012), das “es in sich hat”. Es handelt sich um Band 11 des Werkes “Histoire ancienne des Égyptiens …” von Charles Rollin, verlegt in Pars im Jahr XIII des französischen Revolutionskalenders (1805). Auf die erste Innenseite ist ein Blatt geklebt, auf das handschriftlich notiert ist: “Dieses Buch stammt aus der Bibliothek des Schlosses von Lizy bei Laon, das im Herbst 1917 während der Kämpfe am Chemin des Dames zerstört wurde und von seinen Bewohnern verlassen war. Karl Harraeus, Leutnant”.

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Porträt über Präses Joachim Beckmann

Das “Portal Rheinische Geschichte” bietet Ihnen eine umfassende Informationsplattform zur rheinischen Geschichte. Neben Informationen und Quellen zur rheinischen Regional- und Landesgeschichte werden auch verschiedene Recherche-Instrumente digital bereitgestellt.

Neu in der Sparte “Rheinische Köpfe” ist ein Porträt über Präses Joachim Beckmann erschienen, der im “Dritten Reich” maßgeblich an der Konstituierung der Bekennenden Kirche beteiligt war. Lesen Sie mehr… 

In unserem Bestand befinden sich folgende Unterlagen über Präses Joachim Beckmann:
– 7NL 113 Präses Joachim Beckmann
– 6HA 003 Handakten Präses Beckmann
– 6HA 004 Kirchenkampfakten Beckmann

Professor Joachim Beckmann, Präses der Ev. Kirche im Rheinland Foto: vermutlich Hans Lachmann, Fotosammlung: 10.B/37

Professor Joachim Beckmann, Präses der Ev. Kirche im Rheinland
Foto: vermutlich Hans Lachmann, Bestand: AEKR Düsseldorf, Fotosammlung: 10.B/37

Joachim Beckmann - Amtsenthebung 1934, aus Bestand: AEKR Düsseldorf (Pers. Akte 51), H 239

Joachim Beckmann – Amtsenthebung 1934, aus Bestand: AEKR Düsseldorf (Pers. Akte 51), H 239

Mitgliedskarte des Hilfsvereins für Geisteskranke

Größe der Mitgliedskarte 157x112 cm

Größe der Mitgliedskarte 157 x 112 cm

In der Sammlung der Evangelischen Archivstelle in Boppard findet sich vom Hilfsverein für Geisteskranke eine Mitgliedskarte. Dieser Hilfsverein wurde Anfang des 20. Jahrhunderts gegründet um die Heileinrichtungen für Geisteskranke in der Rheinprovinz finanziell zu unterstützen. Die Rheinische Provinzial-Heilstätte Fichtenhain bei Krefeld gab jährlich einen Jahresbericht heraus. Diese Akten finden sich im Bestand des Evangelischen Konsistoriums der Rheinprovinz unter der Signatur: 1 OB 002. Weitere Jahresberichte des Hilfsvereins für Geisteskranke in der Rheinprovinz mit der Laufzeit von 1908-1913 sind im Landesarchiv Baden-Württemberg online unter der Signatur Q 3/4 I Bü 53 überliefert. Und im Archiv des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe findet sich unter 08.04 Nachlässe, 926 Dr. Hermann Simon die Mitgliederwerbung des Heilsvereins für Geisteskranke in der Rheinprovinz anlässlich des 5. Kongresses der Heilpädagogik 1930 in Köln.

Wo liegt Deutschland?

Am 7. August 1632 beschloß das Presbyterium der reformierten Gemeinde Düsseldorf den bisherigen Pfarrer der Ratinger Gemeinde, Gobert Adam Gerlach, als neuen Pfarrer anzustellen. Da er noch nicht so gut bekannt war, er hatte die Pfarrstelle in Ratingen erst im Jahr zuvor angetreten, sollte er zunächst probeweise für ein halbes Jahr kommen. Die Probezeit verlief wohl zur beiderseitigen Zufriedenheit, zumindest wird in den Protokollen nichts zum Übergang in ein dauerhaftes Anstellungsverhältnis erwähnt.

Protokollauszug vom 20. August 1633 aus Bestand: AEKR Düsseldorf, 4 KG 005 (Ev. Kirchengemeinde Düsseldorf), 40

Protokollauszug 20. August 1633 aus Bestand: AEKR Düsseldorf, 4 KG 005 (Ev. Kirchengemeinde Düsseldorf), 40

Jedoch ziemlich genau ein Jahr später, in der Sitzung am 20. August 1633, teilt Gerlach mit, er wolle seine Stellung aufgeben und sich anderswo um eine neue Pfarrstelle bewerben. Und die entsprechende Formulierung im Protokoll erscheint bemerkenswert: „Dominus Goberti Adami Gerlaci hatt angeben, daß Vorhabens währe, sich naher Deutschland zu begeben…“

Aber wo liegt dies Deutschland?

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Kirchliche Lexika im Evangelischen Rheinland

Evangelisches Pfarrerbuch der Rheinprovinz

Rosenkranz, Albert, D. Lic.: Das evangelische Rheinland. - Ein rheinisches Gemeinde und Pfarrerbuch. Band 1: Die Gemeinden / Band 2: Die Pfarrer, silb. Münzprägung im Deckel

Rosenkranz, Albert, D. Lic.: Das evangelische Rheinland. – Ein rheinisches Gemeinde und Pfarrerbuch. Band 1: Die Gemeinden / Band 2: Die Pfarrer, mit silb. Münzprägung im Deckel

Biografische Sammel- und Nachschlagewerke erweisen sich im Arbeitsalltag und bei Recherchen immer wieder als ein nützliches Instrument. Dies gilt speziell  für den sogenannten “Pfarrerstand”, der gerade in der frühen Neuzeit und im 19. Jh. die Entwicklung des deutschen Bürgertums maßgeblich beeinflusst hat.

Ein wichtiges Grundlagenwerk war dafür „Das Evangelische Rheinland“, ein rheinisches Gemeinde- und Pfarrerbuch, das von Provinzialkirchenarchivar Pfarrer Albert Rosenkranz herausgegeben wurde. (I. Band.: Die Gemeinden 1956; und II. Band: Die Pfarrer 1958)

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Die mit den Jahren überholten Biogramme  werden im Projekt: “Die evangelischen Pfarrerinnen und Pfarrer im Rheinland von der Reformation bis zur Gegenwart” überarbeitet und ergänzt von  Jochen Gruch im Auftrag der Ev. Kirche im Rheinland und des Vereins für Rheinische Kirchengeschichte.

Die Bände: 1 (A-D) und 2 (E-J) sind bereits publiziert worden.
Der Band 3: Buchstaben K-R befindet sich aktuell noch in Arbeit.

 

Herr Gruch ist neu im Blog des Archivs aufgenommen worden und wird künftig das Potential des Web 2.0 zur Erschließung und Vernetzung weiterer Informationen über Geistliche nutzen. Wir danken für Ihre Mithilfe….

Jugendmitarbeiterschulung Anno 1911

Zucht-und-Ordnung-im-KiGoBereits seit dem späten 19. Jahrhundert wird die Kinder- und Jugendarbeit in der evangelischen Kirche über weite Strecken von ehrenamtlichen Kräften getragen. Dass aber in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg auch dieser Bereich gemeindlichen Lebens von den gesellschaftlichen Leitwerten der wilhelminischen Epoche geprägt war, zeigt die Anweisung für Kindergottesdiensthelferinnen und -helfer der lutherischen Gemeinde Elberfeld aus dem Jahr 1911.

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Kirchenarchivar Rosenkranz im Kriegseinsatz

In einer Akte des Rheinischen Konsistoriums finden sich zwei Berichte zu ein und derselben Dienstreise, die mentalitätsgeschichtlich aufschlussreiche Zeitdokumente bilden.

Saargebiet: Kartenausschnitt, Hrsg. vom Landeskirchenarchiv Düsseldorf 1960

Saargebiet: Kartenausschnitt, Hrsg. vom Landeskirchenarchiv Düsseldorf 1960

Während des Polenfeldzugs 1939 wurden große Teile der Bevölkerung im Saargebiet evakuiert und französische Truppen besetzten im Warndt bei Saarbrücken das Vorfeld des Westwalls. Ende Oktober zogen sich die Franzosen wieder zurück. Die Pfarrhäuser und Gemeindeämter der betroffenen Zone waren nur eilig verschlossen worden, für die Bergung der wichtigsten Amts- und Kirchenbücher oder auch der Abendmahlsgeräte war keine Zeit verblieben. Dies sollte Provinzialkirchenarchivar Rosenkranz nun im Auftrag des Konsistoriums nachholen. Vom 7.-9. Dezember 1939 bereiste er das geräumte Saargebiet; die Gestapo in Ottweiler stellte hierzu auf Weisung von Berlin einen Dienstwagen und zwei Beamte zur Verfügung. Weiterlesen