Unionsurkunde des Fürstentums Birkenfeld

Außerhalb des südlichen Hunsrücks ist heute nicht mehr vielen Menschen bewusst, dass das Gebiet  zwischen Nahe, Hochwald und Idarwald 120 Jahre lang, von 1817 bis 1937, ein eigenständiges Territorium war, das der Herzog von Oldenburg auf dem Wiener Kongress als Entschädigung für die Unterstützung im Kampf gegen Napoleon erhalten hatte. Das kleine Fürstentum Birkenfeld, das bis 1918 offiziell nur in Personalunion mit Oldenburg verbunden war, bildete eine eigene Landeskirche mit Konsistorium und Synode.
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Weihnachtsaktion gegen Altersarmut Anno 1749

Mit der Abschaffung des Zölibats durch die Reformation stellte sich für die evangelische Kirche ein ganz neues Problem – nämlich die Versorgung von Pfarrwitwen- und waisen.

Zunächst wählte man einen pragmatische Weg: der Amtsnachfolger hatte die Witwe oder Tochter des Vorgängers zu heiraten. Vielfach war das sogar die Bedingung, um eine Pfarrstelle überhaupt antreten zu können.

Pfalz-Zweibrücken, Witwenkasse 1749

Pfalz-Zweibrücken, Witwenkasse 1749


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1914: Die evangelischen Pfarrer fordern ihren Dienst als Seelsorger an der Front

Professor Wilhelm Goeters als Militärgeistlicher AEKR Düsseldorf 7NL 019 (Nachlass Wilhelm Goeters), Nr. 36

Professor Wilhelm Goeters als Militärgeistlicher, AEKR Düsseldorf 7NL 019 (Nachlass Wilhelm Goeters), Nr. 36

Neu in den Bestand der Archivbibliothek aufgenommen wurde eine Druckschrift mit dem wenig aussagekräftigen Titel „Dringlicher Antrag der beiden Pastoralkonferenzen der Kreissynoden Düsseldorf und Niederberg an die Ende November 1914 in Neuwied tagende 32. Rheinische Provinzialsynode“; der Druck umfasst 15 Seiten. Der Text beginnt mit dem Antrag: „Hochwürdige Provinzialsynode wolle wenn möglich noch im Benehmen mit der westfälischen Schwestersynode und unter empfehlender Mitteilung des Beschlusses an alle übrigen Provinzial- und Bezirkssynoden in Preußen beschließen, daß der preußischen Generalsynode der dringende Antrag unterbreitet werde, alsbald nach Beendigung des jetzigen Krieges die durchgreifende Neuregelung des Heeresdienstes der evangelischen Theologen Weiterlesen

Taufeintrag von August Bebel

Der spätere Sozialistenführer August Bebel wurde am 22. Februar 1840 als Sohn eines preußischen Unter­of­fi­ziers in Deutz geboren. Da der Vater Armeeangehöriger war, ist der Eintrag über die eine Woche später vollzogene Taufe im Kölner Militärkirchenbuch (KB I/14 b, S. 46) ein­ge­tra­gen.

Taufeintrag August Bebel

Taufeintrag August Bebel, AEKR Boppard KB I/14b, S. 46

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Kirchengemeinde Merzig/ Saarland sucht Quellen … Wer hat eine Idee?

,,Schwarmintelligenz, zeig mal, was du kannst.“

Eben erhielten wir auf unserer Facebookseite eine Anfrage von Hr. Klaus Künhaupt mit der folgenden Problemstellung :

“ Wir schreiben die Geschichte unserer Kirche-wo kann noch was zu finden sein?
Ich freu mich über diese Facebookseite, denn sie könnte eine weitere Möglichkeit sein, Ideen zu sammeln für folgendes Problem:
Im Archiv der Landeskirche in Düsseldorf habe ich den gesamten Bestand über unsere Kirchengemeinde (Merzig/Saarland) durchgeguckt, fotografiert und von Gemeindegliedern durchgucken lassen, die Kurrentschrift gut lesen können. Fazit: kaum ein Wort über den Bau unserer Kirche, die am 9. November 1865, also vor fast 150 Jahren, eingeweiht wurde.
Die Presbyteriumsakten sind auch verschwunden.
Also, Schwarmintelligenz, zeig mal, was du kannst. Wer hat die entscheidende Idee?“

Nachlass des Pfarrers Werner Dümling (1914-2006)

Bezirkshelferausflug zur Rurtalsperrel 1955

Bezirkshelferausflug der Evangelischen Kirchengemeinde Wichlinghausen zur Rurtalsperrel 1955

Pfarrer Werner Dümling hat das Gemeindeleben der Evangelischen Kirchengemeinde Barmen-Wichlinghausen über seine gesamte Amtszeit von 1951 bis 1979 hinweg mit seiner Kamera begleitet. Er fing die unbeschwerten Momente enger Verbundenheit der Gemeindeglieder ein, die wohl typisch für die Aufbruchjahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs sind.

Werner Dümling, geboren am 24. Juli 1914 in Hamburg, war von 1947 bis 1948 Lagerpfarrer für Kriegsgefangene in Nordwales/Großbritannien, anschließend von 1948 bis 1950 Landeswart der Schülerbibelkreise im Rheinland und über 28 Jahre, von 1951 bis 1979 Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Barmen-Wichlinghausen.

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Ein spannendes Stück frühneuzeitlicher Kirchengeschichte: die Acta Ronsdorfiana

Persönliche Weissagung der Anna vom Büchel, die Namen der Betroffenen wurden nachträglich entfernt

Persönliche Weissagung der Anna vom Büchel, die Namen der Betroffenen wurden nachträglich entfernt

Kürzlich bin ich durch eine Anfrage auf diesen sehr interessanten Aktenfundus gestoßen:
Im Bestand des Provinzialkirchenarchivs 1OB 020 gibt es eine Abteilung mit dem Namen Ronsdorfiana. Unter diesem Klassifikationspunkt finden sich insgesamt 27 z.T. dicke Aktenbände mit bis zu 400 Seiten. Mehr als über jede andere Gemeinde innerhalb des Einzugsbereichs der reformierten Provinzialsynode.
Geschuldet ist dies den ungewöhnlichen Vorgängen die 1741 zur Abspaltung der Gemeinde Ronsdorf von der reformierten Gemeinde Elberfeld und schließlich sogar von der Bergischen Synode führten. Weiterlesen

Kirchenmaler Fritz Schönhagen – Wer kennt diese Kirche?

Fritz SchönhagenDie Archivstelle Boppard konnte kürzlich den künstlerischen Nachlass des Kirchenmalers Fritz Schönhagen (1888-1964) übernehmen, der in den 1930er bis 1950er Jahren zahlreiche rheinische und hessische Kirchen ausgemalt hat. Einige der Skizzen in dem Nachlass haben keine Ortsangabe, so auch das hier zu sehende Bild eines Kircheninnenraums mit einer markanten Holzdeckenkonstruktion. Zur Identifizierung wenden wir uns deshalb an die Facebook-Gemeinde und fragen: Wer kennt diese Kirche?

Hurerei und ihre Folgen

Kein Sex vor der Ehe? Das war auch vor 400 Jahren eher kirchliche Wunschvorstellung als gesellschaftliche Realität. Wer gegen das sechste Gebot verstieß, machte sich der „Hurerey“ schuldig und musste vor Pfarrer und Presbyterium „Stille Kirchenbuße“ ableisten. Der untenstehende Fragenkatalog (per Mausklick vergrößerbar) fand sich in den Akten des Nassau-Weilburgischen Superintendenten Lorenz Stephani (1532-1616).

Fragenkatalo

Kinderlager des Provinzialkirchlichen Jugendpfarramts in Hünxe 1932

Ferienlager in Hünxe Provinzialkirchliches Jugendpfarramt Theodor Voß "Einsteigen in den Postautobus in Dinslaken" 18.08.1932 Bestand: Konsistorium, Signatur: 1OB002, Nr. 2189

Fahrt zum Jugendferienlager Hünxe – Fotograf: Th. Voß

Bei den Vorbereitungen zur Sicherheitsverfilmung des Bestands „Konsistorium der Evangelischen Kirche der Rheinprovinz“, Signatur: 1OB 002, fand unsere Mitarbeiterin Marlis Stempel in der Akte Nr. 2189 einen Umschlag mit 24 Fotos des Kinderlagers in Hünxe. Der Fotograf war der Provinzialjugendpfarrer Theodor Voß. Diese Aufnahmen fügte er einem Schreiben an Konsistorialrat Euler bei, in dem er um weitere finanzielle Unterstützung bat. Ihm wurden 600 RM aus dem „Jugenderholungsfürsorgefond“ bewilligt.

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